Übersetzung eines Auszugs der World Dancesport Federation:

AMATEUR VS. PROFESSIONAL

Die schärfste Unterscheidung zwischen einem Profi und einem Amateur im Sport zu treffen, war vor allem ein angelsächsisches Axiom. An der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert – und in Sportarten wie Leichtathletik, Golf und Tennis – wurden solche Unterscheidungen eher aus gesellschaftlicher Sicht als aus anderen Gründen vorgenommen. Sport war das Privileg einer Oberschicht, die es sich leisten konnte, sie nur aus Vergnügen zu praktizieren. Den Lebensunterhalt durch Geschicklichkeit, Fähigkeiten und körperliche Tugenden zu verdienen, galt nicht nur im Vereinigten Königreich der viktorianischen Ära als unangemessen und „arbeiterklasse“. Auch anderswo!

PROFI VS. AMATEUR

Die ersten Wettbewerbstänzer hatten jedoch keine Vorbehalte, sich als Profis zu erklären. Viele unterrichteten Tanz und waren in verwandte Unternehmungen involviert. Für die Pioniere schien es vollkommen akzeptabel zu sein, Profi zu sein, da sie Tanz kaum als Sport betrachteten.

Während der sportliche Amateurismus bis in die 1960er Jahre ein eifrig gehütetes Ideal blieb, war der Profi-Status das begehrte Ziel und gleichbedeutend mit Meisterschaft im Tanz. Als der Deutsche Kaiserbund für den Gesellschaftstanz 1935 die Gründung der International Federation for Amateur Dancers initiierte, war dies eine Art Gegenbewegung zur Herrschaft der britischen Tanzprofis.

„Amaetur“ wurde auch im Namen der Organisation übernommen, die später zur World DanceSport Federation wurde. Der 1957 gegründete International Council of Amateur Dancers sollte im Gegensatz zum International Council of Ballroom Dancing stehen, der von Tanzlehrern 1950 gegründet wurde. Nicht nur im Namen – auch in der Interpretation des Tanzes als Sport! Mehr als nur eine Nuance!

Die fast ausschließliche Betonung der Unterscheidung zwischen Amateur- und Profistatus hatte über viele Jahre hinweg zu einigen unüberbrückbaren Differenzen zwischen zwei gegnerischen Lagern geführt.

AMATEUR & PROFESSIONAL

Heutzutage haben sich die Perspektiven geändert. Jeder Tänzer, der Profi wird, blickt auf eine erfolgreiche Karriere als „Amateur“ zurück. Und die Anführungszeichen sind durchaus berechtigt: Ein solcher Status existiert nicht mehr! Der neue Profi wird lange vor seinem Statuswechsel Geldpreise in Wettbewerben gewonnen und Vergütungen für Unterricht und Shows erhalten haben.

In den TanzSportwettbewerben bei den World Games, den Asian Games usw. vereinen und kämpfen Athleten beider Lager um dieselben Titel. Die beiden Lager sind sich viel näher gekommen, sogar so weit, dass es wahrscheinlich am schwierigsten ist, zwischen ihnen zu unterscheiden.

DER UNTERSCHIED DES „PRO“

Was sich ändert, ist der Ansatz zum Tanz selbst. Eine Veränderung der Einstellung ebenso wie eine Veränderung des Stils! Fragt man die Tänzerinnen und Tänzer selbst, so werden mehr Möglichkeiten zum Training, ein freieres Tanzen und eine stärkere Ausrichtung in Richtung Kunst angeführt.