Last updated on Juli 28th, 2023 at 04:16 pm
Staatsmeisterschaft Lateinamerikanische Tänze 2013
Selten fahre ich von einem Turnier nach Hause mit einem rundum zufriedenen Gefühl, in dem Bewusstsein, durch die Teilnahme eine echte Auszeichnung erfahren zu haben. Nach so vielen Jahren „im Geschäft“ und Dutzenden von Veranstaltungen im Jahr gewöhnt man sich an so ziemlich alles, es wird „normal“, das Gelungene wie das nicht so gut Gelungene.
Und dann gibt es sie ja doch, die „große Ausnahme“. Ohne die Leistungen anderer, bemühter und kreativer Veranstalter schmälern zu wollen, manche Events verlaufen irgendwie „herausragend“. Umso erfreulicher, wenn es eines der höchstrangigen einheimischen Turniere trifft.
Der Saal:
Das Donau-Forum der Oberbank – ein echter Geheimtipp. Selbst den Linzern nur spärlich bekannt eröffnet sich in zentraler Lage ein eleganter, moderner und trotzdem sehr stimmungsvoller Saal. Genügend Platz für Tanzfläche und Zuschauer, alle Annehmlichkeiten und technischen Möglichkeiten einer zeitgemäßen Location, auch die Garderoben für die Aktiven in jeder Hinsicht überdurchschnittlich, dies alles bildete den Rahmen für eine sehr festliche und elegante Veranstaltung. In Zeiten, wo das „Sportliche“ im Turniertanz oft ein wenig übertrieben wird, fällt es halt (mir, aber auch den internationalen Wertungsrichtern positiv) auf, wenn die Atmosphäre im Saal, die Kleidung der Gäste, alles in allem eine sehr festliche Stimmung aufkommen lässt, wie sie einer Staatsmeisterschaft mehr als würdig ist.
Die Organisation:
Schon im Vorfeld fürsorglich umhegt kann ich mich nur nochmals für „alles“ herzlich bedanken. Die offenbar sehr gute Planung, der reibungslose Ablauf, die tollen Ideen – alles wird mir noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Alleine die Großflächen-Videoprojektion (eh schon längst „überall“ Standard, aber im TanzSport halt noch nicht so) wirkt nicht nur höchst professionell, sondern ist auch bestimmt besonders publikumsfreundlich. Einziger, winziger Kritikpunkt: Die Mikrofone der Turnierleitung hatten offenbar etwas zu wenig „Power“, die Stimmen waren generell sehr leise und manchmal schwer verständlich. Die Technik ist halt oft „ein Hund“.
Die Leistungen:
Last, but not least möchte ich natürlich die Leistungen der Aktiven kommentieren. Auch die waren überaus erfreulich. Viele Paare, hohes Niveau, dem Nationalstolz schwoll die Brust. Aus Wertungsrichter-Sicht erlebt man oft das Phänomen, „zu viele“ Marks zu haben und man überlegt krampfhaft, wem man noch eines geben könnte, denn man muss ja. Diesmal war es genau umgekehrt, die Marks waren immer zu wenig, man hätte gerne (!) noch einige vergeben. Und das Finale ist auch international so was von herzeigbar, dass es eine Freude ist.
So bleibt mir abschließend nur die Zusammenfassung der Eindrücke, wie sie am Tisch der Wertungsrichter am Ende formuliert wurde: „A very good competition.“
(Bericht von Michael HERDLITZKA)
Österreichische Staatsmeisterschaft Latein / Allgemeine Klasse A
